| |

Galaxy gewinnt Spitzenspiel gegen Tirol, die Raiders fühlen sich jedoch als Sieger

Selten hat man einen unglücklicheren Gewinner wie den aus Frankfurt nach dem 36:33 (0:7; 16:0/ 20:6; 0:20)-Erfolg der Hessen über den Tabellennachbarn aus Österreich gesehen.
 
Mit dem Druck des „unbedingt gewinnen Müssens“ gingen die Schützlinge von Galaxy-Chefcoach Thomas Kösling in die Partie, die vorentscheidenden Charakter besitzen sollte.
 
Auch der schnelle 0:7-Rückstand nach knapp fünf Minuten brachte die Lilanen nicht aus dem Tritt, in Quarter zwei begann die Aufholjagd durch den frühen Touchdown (Thomas Fischbach) nach fünf Sekunden. Als sich auch ein paar kleinere Nickligkeiten ins Spiel einschlichen, beendete Tight End Kevin Mmaba die Diskussionen auf seine Art, sein Touchdown und der folgende gelungene PAT durch Ryan Rimmler bedeuteten die erstmalige Frankfurter Führung und das 13:7. Rimmler setzte noch einen drauf, sein Fieldgoal beendete Halbzeit eins.
 
In der Pause verwöhnte Pop-Ikone LOONA das Publikum mit ihren großen Erfolgen, während die Akteure ihren Körpern bei sommerlichen Temperaturen genügend Flüssigkeit zukommen ließen.
 
Das schien bei den Raiders besser funktioniert zu haben, sie kamen schnell zu einem weiteren Abschluss, verkürzten auf drei Zähler. Die besten Minuten der hochklassigen Partie folgten, Frankfurt schien durch gleich drei Touchdowns (Kevin Mwamba, Hendrik Schwarz, León Helm) auf die Siegesstraße zu geraten, zumal Rimmler die Zusatzpunkte dabei zweimal gelangen.
 
Das 36:13 zu diesem Zeitpunkt bedeutete den Sieg im direkten Vergleich nach dem 17:23 im Hinspiel und das Vorrücken auf Platz zwei im Klassement. Doch damit hatten die Frankfurter die Rechnung ohne den Gegner aus Innsbruck gemacht, der sich aufrappelte, die Partie mit einer wahren Energieleistung drehte, 20 Punkte in Folge erzielte. Galaxy hatte da nichts mehr entgegenzusetzen, der letzte Angriff verpuffte durch eine Interception der Tiroler. 
 
Niedergeschlagene Sieger hier, überglückliche Verlierer dort, der Sport zeigt oft sein merkwürdiges Gesicht.
 
Während die über 6.100 Besucher sich bei beiden Teams für ein tolles Match bedankten, lagen auch bei Galaxy Chef Kösling Stolz und Enttäuschung nahe beieinander: „Unsere Playoff-Träume dürften heute geplatzt sein, da wir den direkten Vergleich heute abgegeben haben, nun kommenden Sonntag auf die Hilfe Dritter angewiesen sind. Mit der Schiedsrichter-Leistung bin ich – gerade nach den Ereignissen der letzten Woche – nicht wirklich glücklich. Kleinlich darf man solch ein tolles Spiel zweier großartiger Teams sicherlich pfeifen, aber warum dann nicht auf beiden Seiten?“
 
Das letzte Heimspiel der Saison findet am kommenden Sonntag (4.9. / 15.00 Uhr) gegen Stuttgart Surge statt.
 
Foto: Patrick Gawlik (Team GFN)   Bericht: Frankfurt Galaxy