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Spielbericht: Paderborn Dolphins vs. Assindia Cardinals

Trotz 12:31-Pleite in Paderborn: MiB haben Endspiel gegen Solingen

Die Einstellung und der Kampf stimmten, wurden aber einmal mehr nicht mit Punkten belohnt. Für die Assindia Cardinals setzte es am Sonntagnachmittag die sechste Zweitliga-Niederlage in Folge. Im Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Paderborn Dolphins mussten die Men in Blue eine deutliche 12:31 (0:7, 6:14, 0:3, 6:7)-Pleite hinnehmen. Dennoch kommt es am letzten Spieltag am kommenden Sonntag um 15 Uhr im heimischen Sportpark „Am Hallo“ zum Endspiel um den Klassenerhalt gegen die Solingen Paladins, weil die sich am Samstag mit 22:54 bei den Hildesheim Invaders geschlagen geben mussten.

Zu Beginn der Essener Partie in Ostwestfalen hielten die beiden Defensivreihen dem Druck der Offenses stand. In den ersten Drives wurden keine Punkte vergeben, obwohl die Cardinals nach einem Fumble von Running Back Darnell Walker Jr. schon früh den Ballbesitz abgeben mussten. Doch kurz vor Ende des ersten Viertels gingen die Hausherren durch einen Lauf aus kurzer Distanz in die Endzone in Führung, auch der Zusatzpunkt-Versuch war erfolgreich – 7:0 für Paderborn. Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts fumbleten die MiB erneut nach einem unglücklichen Snap. Diesmal nutzten die Dolphins ihre Chance und erhöhten durch einen Pass-Touchdown und dem folgenden verwandelten Extra-Punkt-Versuch auf 14:0. Die Gäste aber lieferten in Person von Running Back Darnell Walker Jr. die direkte Antwort. Zuerst trug er den Ball nach dem Paderborner Kickoff entschlossen Richtung Paderborner Hälfte. Es folgte ein starker Lauf über rund 60 Yards bis in die gegnerische Endzone. Ein bärenstarker Drive nur von Walker Jr.. Kicker Tim Rechter konnte diesen allerdings nicht vergolden. Sein PAT wurde von den Gastgebern geblockt. Noch vor der Pause sorgten die Dolphins für klare Verhältnisse: Receiver Sören Griese fing einen langen Pass kurz vor der Endzone und musste noch nur über die Goalline stolpern. Wieder flog der Paderborner Kick durch die Stangen – 21:6-Halbzeitführung für die Platzherren. Nach der Pause hatten die Cardinals Glück, dass Hendrik Schröder einen Field-Goal-Versuch nicht verwandelte. Sein Teamkollege machte es in den Schlussminuten des dritten Viertels besser und erhöhte per Field Goal auf 24:6. Bei den Men in Blue keimte zu Beginn des letzten Viertels noch einmal Hoffnung auf, als Quarterback Alexander Jodlauk und Running Back Brett Sylve den Ball über die Goalline bugsierten. Die Essener hatten in der gleichen Situation bereits gefumbled, schienen den Ball aber doch im eigenen Besitz in die Endzone gebracht zu haben. Um den verlorenen Extrapunkt nach dem ersten Touchdown wieder wettzumachen, setzten die Cardinals zur Two-Point-Conversion an – doch auch sie blieb erfolglos. Die Paderborner konnten ihren dritten Field-Goal-Versuch an diesem Nachmittag nicht verwerten, schraubten das Ergebnis aber mit einem weiteren Touchdown-Lauf kurz vor dem Ende weiter in die Höhe – 12:31-Niederlage für die Men in Blue, für die sich gleich der Fokus auf das Finale gegen Solingen richtete.

Die Stimmen zum Spiel
Bernd Janzen, Headcoach: „Kämpferisch kann ich meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Es ging schon wieder ungünstig los, nachdem zwei Defensive Liner beim Warmmachen aussteigen mussten. Dadurch waren wir wieder sehr dünn besetzt auf diesen Positionen. Wir sind eigentlich ganz gut ins Spiel reingekommen. Zwei, drei Drives sind ohne Punkte hin und her gewechselt. Dann haben die Paderborner einmal gescored. Danach hatten wir die Chance, zu scoren, haben aber gefumbled oder einen vierten Versuch vermasselt. Wir haben wieder zwei, drei Fehler gemacht, die uns letztendlich das Genick gebrochen haben.“

Florian „Tic Tac“ Hartmann, Offense Coordinator:
„Wir haben gut gekämpft, leider hat es nicht gereicht. Wir hatten es über weite Strecken auch in der Hand, das Spiel noch zu drehen. Da war leider wieder ein bisschen viel Pech dabei – und wir haben uns dabei auch wieder in den Fuß geschossen. Wir haben einfach zu viele Turnovers produziert, die unnötig waren.“

Mike Rötger, Defense Coordinator: „Es hat etwas länger gedauert, bis wir mit der Defense ins Spiel reingekommen sind. Da muss ich mir auch den Schuh selbst anziehen. Da war das Play-Calling nicht so, wie es hätte sein sollen. Am Anfang war alles ein wenig wirsch, aber spätestens nach der Pause haben wir deutlich besser agiert. Und zählbar war, dass wir am Ende nur noch ein Field Goal und einen dummen Touchdown kassiert haben, den man hätte verhindern können. Wie so oft – unterm Strich: Man hätte besser sein können, wir bekommen es aber nicht auf den Platz.“

Text: Julian Lötte

Fotos: Sascha Schneider