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Spielbericht: Wiesbaden Phantoms – Fürstenfeldbruck

Beste Saisonleistung der Defense, aber Offense erneut schwach

0:16-Niederlage in Fürstenfeldbruck zeigt über weite Phasen Potenzial


Ohne sechs weitere Leistungsträger, aber mit der Unterstützung eines

Dutzends U19 Seniors traten die Wiesbaden Phantoms in der GFL2 bei den Fürstenfeldbruck Razorbacks an, verloren mit 0:16, zeigten aber defensiv ihre

beste und offensiv zumindest in einem Drive die beste Leistung der aktuellen

Saison. Mit 0:8 Siegen rangieren die Phantoms allerdings weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz und sind damit endgültig in die Regionalliga abgestiegen.


Die Defense hielt die Razorbacks bis zur Halbzeit bei drei Punkten.

Zwei Forced Fumbles – von den Phantoms Dimo Moissiadis und David Tibo aufgenommen – sorgten dafür, dass die Gastgeber in ihren ersten Drives punktlos blieben, während die Offense unter Quarterback Niklas Woelbert zwar einige Male mit Timo Wapplers Läufen oder einem sehenswerten Catch von Christopher Deisenroth zeigte, was in ihr steckt, schließlich aber nur wenig Raumgewinn und First Downs erzielte. Ein 27 Yards langer Pass Woelberts auf David Tibo war das Offensiv-Highlight der ersten Hälfte.


Die aggressive Defense brachte die Razorbacks unterdessen das eine ums andere Mal nach Fehlstarts nach vorne, ließ jedoch nicht mehr als ein Field Goal zu, zu dem Timo Hanewald die Gastgeber durch einen feinen Tackle for Loss kurz vor der Pause gezwungen hatte. Zuvor hatte ein schlechter Punt der Phantoms den Bruckern eine gute Ausgangsposition an der 30-Yard-Linie ermöglicht, die Defense hielt ihre Endzone aber sauber.


Im dritten Quarter war der erste Drive der Phantoms schnell beendet, die Defense sorgte für einen weiteren Fumble, den dieses Mal aber die Razorbacks sicherten, später aber der Defense durch einen Turnover on Downs das Ei überlassen mussten.


Drei Minuten vor dem letzten Seitenwechsel brachte eine Interception die Fürstenfeldbrucker nahe der Phantoms-Endzone in Ballbesitz und nur kurze Zeit später stand die 10:0-Führung auf der Anzeigetafel.


Es folgte ein überzeugender Drive der Wiesbadener Offense Ende des dritten Quarters, der am deutlichsten zeigte, wie die Phantoms mit dem Ball spielen könnten. Woelbert bediente in vier Plays nacheinander Arne Schaal mit einem


langen Pass, David Tibo, der sich mit einem beeindruckenden Spin Move von seinem ersten Gegner löste, Runningback Timo Wappler, der kurzerhand zum Receiver umfunktioniert wurde, und erneut Tibo.  Der abschließende Field-Goal-Versuch misslang hingegen.


Eine starke Phase der Defense, aus der zu diesem Zeitpunkt Jan Hommer mit zwei Sacks und acht Yards Raumverlust hervorstach, schloss sich an. Leo Lezkan setzte den Brucker Quarterback Andreas Berger das eine ums andere Mal mächtig unter Druck und Keon Rohe war einmal

mehr nach einer Jagd über die halbe Spielfeldbreite erfolgreich und tacklete den Ballträger – erstmals nach seiner U19-Zeit in der GFL2.


Die Phantoms mussten schließlich nach einer klasse Laufleistung des Razorbacks-Spielmachers das 0:16 hinnehmen, blockten aber den PAT.


Es war die beste Leistung der Phantoms in dieser Saison – nicht zuletzt dank der direkt eingesetzten U19 Seniors nach deren Viertelfinal-Aus in der GFL-J. Die Defense verhinderte in eindrucksvoller Weise in einer Handvoll Drives der Gastgeber gegnerische Punkte und hätte die Offense ihr Potenzial erstmals in der laufenden Spielzeit auch nur ansatzweise ausgeschöpft, wäre der erste Pflichtspielsieg des Jahres 2022 nicht nur möglich gewesen, sondern wäre in die Geschichtsbücher eingetragen worden…


Bericht: Wiesbaden Phantom

Foto: Anne Maas