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Joshua Mack verlässt überraschend die Mercenaries

Große Überraschung für die Marburg Mercenaries. Stil – und wortlos hat Runningback Joshua Mack seine Sachen gepackt und sein Team vier Tage vor dem wichtigen GFL Heimspiel gegen die Saarland Hurricanes im Stich gelassen.

Mack zieht es in die European League of Football zu den Cologne Centurions, welche sich durch ihn trotz einem 2-5 Record noch Playoff Chancen erhoffen. Die Mercenaries hatten Mack erst nachträglich während der Saison nach der Verletzung von ihrem etatmäßigen Runningback Marcus Cox verpflichtet. Erstaunlich, dass Mack zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch auf dem Markt war und nicht schon eher von einem Team der European League of Football entdeckt wurde. Dort scheint man sich lieber an den Talenten aus der GFL zu bedienen, anstelle selbst eigenständig Arbeit in das aufwendige Scouting zu stecken. Der aktuell beste Runningback in dieser Liga Glen Toonga kommt ebenfalls aus der GFL, dort spielte er bei den Allgäu Comets und Dresden
Monarchs. Und der MVP der letzten Saison, Quarterback Jakeb Sullivan wurde bereits 2018 von den Marburg Mercenaries in den USA entdeckt, 2019 gab er sein erfolgreiches Debüt in der GFL.    

Solange Spieler nach einer Saison wechseln, ist das völlig legitim, ganz egal aus welchen Gründen. Aber dies mitten in der Saison zu tun und dann noch so plötzlich ist sehr fragwürdig und sagt einiges über die Geschäftsgebaren der handelnden Personen aus,“ so Michael Dalkowski,
Sportdirektor bei den Mercenaries.

Schon vor einer Woche gab es einen ähnlichen Vorfall. Da verloren die Lübeck Cougars aus der GFL2 überraschend ihren Quarterback Jadrian Clark, der kurzfristig zu Düsseldorf Rhein Fire gewechselt war.

Pikanterweise hat Mack einen gültigen Vertrag mit den Mercenaries und keine Ausstiegsklausel für Angebote aus anderen Ligen. Ein Aufhebungsvertrag wurde auch nicht unterzeichnet.
Marburg Mercenaries Präsident Carsten Dalkowski ist Rechtsanwalt und wird jetzt die entsprechenden Schritte mit aller Konsequenz einleiten: „Das wird ein zivil- und strafrechtliches Nachspiel für Joshua Mack haben. Zum ersten Mal in meinen 30 Jahren Football in Marburg meint
ein Spieler seinen Teil des Vertrages nicht erfüllen zu müssen und ohne Rücksprache einfach seine Koffer zu packen, um dann bei einem anderen Team in Deutschland weiterzuspielen. Er hat in den letzten Tagen durch sein Verhalten sowohl seinen Vertrag mit uns gebrochen als auch strafrechtlich relevantes Verhalten an den Tag gelegt. Ich kann nur jeden weiteren möglichen Partner vor
diesem Spieler warnen. Auf ihn ist nicht Verlass. Unsere Forderungen gegen ihn belaufen sich auf einen mittleren vierstelligen Betrag, das ist für niemanden ein Pappenstiel und extrem ärgerlich.“

Enttäuscht ist Dalkowski aber nicht nur von Mack, sondern auch von den handelnden Personen bei den Centurions, namentlich General Manager David Drane und Headcoach Frank Roser. Roser war lange Jahre selbst als Coach bei den Munich Rangers, Ingolstadt Dukes, Munich Cowboys und der deutschen Nationalmannschaft aktiv. Auch Drane kennt die Situationen in den organisierten
Vereinen und im organisierten Sport bestens: „Auch die Organisation der Cologne Centurions (ELF) und die dort handelnden Personen wussten von diesem laufenden Vertrag bei uns und in welche Situation sie hier den Spieler ganz offensichtlich bringen. Einfach verantwortungslos, dass sie ihn weiter ganz offen zum Vertragsbruch geraten haben. Weit weg von der feinen englischen Art,
aber leider gehört dieser Ton seit Beginn der European Football League zum selbst gewählten Credo der dortigen Verantwortlichen.“

Laut einem Facebook Post läuft aktuell die vorletzte Woche der Wechselfristen in der European League of Football, eine offizielle Spielordnung dieser Liga ist zumindest öffentlich nicht zugänglich. So lange müssen noch andere GFL und GFL2 Teams damit rechnen, wichtige Spieler kurzfristig zu verlieren.

Bericht: Marburg Mercenaries
Foto: Stefan Tschersich